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Die kroatischen Seenotretter

 

Kroatien unterhält einen modernen Seenotrettungsdienst, der unter anderem durch das Permit mitfinanziert wird. Die Stützpunkte sind über die gesamte Küste verteilt. Rettungseinsätze werden durch die Zentrale in Rijeka koordiniert.
 

Mitte Dezember 2004 erhielten wir die eindrucksvolle bisherige Statistik des Jahres, die wir hier in Auszügen vorstellen möchten.
Da das Urlaubsgebiet Kroatien sich immer größerer Beliebtheit erfreut stieg somit auch die Anzahl der Einsätze. Insgesamt wurden 530 Personen aus  kritischen bis lebensbedrohlichen Situationen gerettet. Leider war auch die hohe Zahl von 20 Toten und 4 Vermissten zu beklagen.
Schlepphilfe wurde in 73 Fällen geleistet. In der Mehrzahl der Fälle waren (Motor-) Yachten wegen Treibstoffmangel nicht in der Lage ihre Fahrt fortzusetzen, was doch von teilweise erschreckender Unerfahrenheit der Skipper zeugt, da die gesamte Küste in kurzen Abständen mit Tankstellen "gespickt" ist.
Nicht nur auf das Konto der Segler gehen wohl die 39 Einsätze, bei der Yachten nach Grundberührung wieder flott gemacht wurden. Allerdings sind auch 9 Yachten gesunken und eine gekentert. Lediglich 4 Yachten hatten eine Explosion oder Feuer an Bord und nach 5 Kollisionen wurde Hilfe geleistet.

Sehr aufwendig sind natürlich Sucheinsätze nach überfälligen Yachten, was in 24 Fällen vorkam und noch zeitintensiver die 14 Einsätze, bei denen über Bord gefallene Personen gesucht werden mussten. Sicherlich ist es leicht nachzuvollziehen, dass diese Crewmitglieder nicht beim schönsten "Sonntagswetter zu suchen waren, da in solchen Fällen die Bergung durch die Besatzung der Yacht keinerlei Schwierigkeiten bereitet hätte. Die 14 geretteten Schwimmer und 6 Surfer waren wohl einer ausgeprägten Selbstüberschätzung unterlegen.

Erfreulich selten, das heißt in lediglich 45 Fällen wurde medizinische Hilfe geleistet.

Auch in den nächsten Jahren werden sich die kroatischen Seenotretter nicht über mangelnde Auslastung beklagen können.

Viele der geschilderten Vorfälle wären durch mehr Umsicht und größere Praxiserfahrung vermeidbar gewesen. Trotz aller Urlaubseuphorie sollte nicht der Leichtsinn die Oberhand gewinnen und ein gesunder Respekt vor Wasser und dem Meer bewahrt werden, so dass der Urlaub durch keine negativen Vorfälle getrübt wird.

 

Die Einsätze 2004 in Zahlen:

● 276 Einsätze insgesamt
● 530 Personen wurden gerettet
● 20 Tote waren zu bergen
● 4 Personen vermisst
● 73 mal Schlepphilfe
● 39 Yachten hatten sich festgefahren
● 45 mal wurde medizinische Hilfe geleistet
● 13 Taucher wurden gerettet
● 1 Yacht gekentert
● 9 Yachten sind gesunken
● 4 mal Explosion oder Feuer an Bord
● 24 Suchen nach überfälligen Yachten
● 5 Kollisionen
● 14 "Mann über Bord"-Einsätze
● 14 Schwimmer und 6 Surfer gerettet

und ...